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Drei Minuspunkte zu viel auf dem Konto (27.12.2008) PDF Drucken E-Mail

SVA-Trainer Peter Gerfen im AZ-Interview / Manche Spieler sind an ihrer Leistungsgrenze

Peter Gerfen, Trainer des Handball-Verbandsligisten SV Alfeld, bezieht in einem Interview mit AZ-Mitarbeiter Uwe Kläfker Stellung zum Abschneiden in der Vorrunde, zu den Neuzugängen Hendrik Sievers und Bernard Latchimy und zu seinen eigenen Zukunftsabsichten als Trainer bei der SV Alfeld.


Wie sieht die Bilanz nach Abschluss der Hinrude aus?

Unter dem Strich haben wir drei Minuspunkte zu viel auf dem Konto. Mit sieben Minuspunkten hätten wir durchgehen müssen und wären nur einen Punkt von Aufstiegsplätzen weg. Allerdings wären wir vor der Saison mit unserem jetzigen Tabellenstand wohl zufrieden gewesen. Wir müssen gleich zum Auftakt in Braunschweig mit einer richtigen Portion Wut im Bauch durchstarten.

 

Ist der Aufstieg mit den Neuzugängen Hendrik Sievers und Bernard Latchimy Pflicht?

Man muss realistisch bleiben. Vor der Saison war das Ziel, sich im Mittelfeld zu etablieren. Manche Spieler sind an ihrer Leistungsgrenze, manche können ihre Leistung zur Zeit nicht abrufen, woran auch immer das liegen mag. Wir müssen da Ursachenforschung betreiben. Wir haben junge Spieler, die noch erheblichen Schwankungen unterworfen sind. Jetzt Wird natürlich von außen hereingetragen, doch mal mit dem Aufstieg zu liebäugeln. Wären Hendrik Sievers und Bernard Latchimy von Anfang an dabei gewesen, wäre der Aufstieg natürlich Pflicht gewesen. Wir werden versuchen, den Aufstieg noch zu realisieren – aber der Abstand darf nicht zu groß werden, bis uns beide Spieler zur Verfügung stehen und der Kader komplett ist.

 

Wie groß wird der Druck?

Wir haben jetzt mit dem Rückspiel beim MTV Braunschweig und dem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Aue Liebenau zwei Hammerspiele vor der Brust. Wir haben gegen beide Mannschaften noch was gutzumachen. Wenn wir da nicht vier Punkte holen, können wir uns von allen Träumen verabschieden. Wir dürfen keine Punkte mehr verschenken.

 

Was erwarten Sie von Latchimy?

Wir haben zum Beispiel ein Problem auf der rechten Seite. Wenn Latchimy spielen kann, wird es hoffentlich besser und wir können mit einem Linkshänder wesentlich variabler spielen und sind, so wie der MTV Braunschweig, wesentlich schwerer auszurechnen.

 

Welche Rolle spielt den Co-Trainer Kai Freese, der wenig Spielanteile hat und ansonsten nur als Sieben- schütze auffallt?

Es ist in letzter Zeit für ihn aus beruflichen Gründen schwer zu realisieren. Es ist halt schwierig, gerade auf der Mittelposition, ihn einfach mal reinzuwerfen, weil die Abstimmung einfach noch fehlt. Das ist aber nicht nur bei Kai Freese ein Problem. In der Hinrunde wurden von vielen Spielern, natürlich entschuldigt, Trainingstermine nicht wahrgenommen. Das hat uns einige Punkte gekostet. Von Kai weiß ich, dass er es kann. Beim Sieg in Obernkirchen hat er beispielsweise Ruhe reingebracht und sehr gut gespielt. Aber wenn er dann wieder beim Training fehlt, ist es nicht so einfach ihn zu bringen. Aber ich hoffe, dass sich auch hier die Situation verbessert.

 

Wird es die offensive Deckung noch öfter geben?

Ja, sicher. Bloß gegen den MTV Braunschweig hätte eine offensive Deckung vermutlich nichts gebracht, weil die Mannschaft sehr schnell ist und man uns hätte überlaufen können. Aber es gut, dass wir jetzt drei Abwehrvarianten spielen können, die wir je nach Gegner einsetzen.

 

Wie schafft denn der Trainer Gerfen den Spagat zwischen Alfeld und Emmerthal, wo Sie ja als Spieler tätig sind.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde: Alles gar kein Problem. Es ist eine hohe Belastung und mit Emmerthal ist es auch hartes Brot in dieser Saison. Der Abstiegskampf in der Oberliga geht auch an die Substanz. Man kommt von einem Training raus und geht ins nächste Training rein. Das ist nicht so optimal und wird in der nächsten Saison anders sein.

 

Wie weit sind die Planungen für die kommende Saison? Wird es den Trainer Gerfen noch mal als Spieler in Alfeld geben?

Wenn Not am Mann ist, vielleicht. Aber eigentlich eher nicht. Ich werde in den nächsten Wochen mit dem Vorstand sprechen, wie es weitergehen soll. Es ist bisher noch nichts unterschrieben oder unter Dach und Fach. Ich hoffe aber, dass wir den Weg weitermachen können. Wir sind dem richtigen, eine gute Mannschaft aufzubauen. Gerade mit den Hildesheimer A-Jugendlichen, die in der nächsten Saison zu uns kommen können, hätten wir eine tolle Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Da hat Alfeld glänzende Aussichten für die kommenden Jahre. Da würde ich mich gern beteiligen und jetzt müssen wir mal sehen, was die Gespräche ergeben. Ob auch als Spieler muss man wirklich abwarten.